| Vertrau auf Gott - und binde Dein Kamel trotzdem an? | ![]() | ![]() | ![]() |
| Ein altes arabisches Sprichwort besagt, dass es gut ist, auf Gott zu vertrauen. Sicherer aber noch, sein Kamel dennoch anzubinden. Ist in dieser Weise Weisheit, oder ist es ein Widerspruch an sich? Auf der einen Seite wird nahezu naives, kindliches Vertrauen gefordert, auf der anderen Seite der vermeintliche Diebstahl des Kameles durch Angst zum Ausdruck gebracht. Wie verträgt sich Vertrauen mit Angst und welche Schlüsse kann man aus dem genannten Sprichwort ziehen? Unser Verstand -konkreter das Ego- möchte uns glauben machen, dass wir selbst die Macher unseres Lebens sind und somit alles selbst in die Hand nehmen soll(t)en. Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser. Gott? Kenne ich nicht, habe ich noch nie gesehen, was soll der schon für mich tun? Gut, ich bestelle schon mal ab und an was beim Universum, was manchmal auch klappt (wenn es in meinem Lebensplan vorgesehen ist). Aber mit Gott hat das nichts zu tun, immerhin habe ich es mir ja gewünscht und dank der Resonanzgesetze bin ich ja Gott gleich. Vielleicht sogar besser, denn ich hätte den doofen Nachbarn nicht erschaffen, den unspirituellen Deppen, den...Und überhaupt - wie will Gott denn schaffen, das mein Kamel nicht doch geklaut wird. Der tut ja sowieso nichts hier in der Welt - die ganzen Kriege, die Hungersnöte. Halt stopp - ich vergaß - die kannten ja alle noch nicht "das Geheimnis" und sind somit selbst Schuld an ihren Problemen. Auf der anderen Seite müssen Sie sich dann ja auch nicht Gedanken um ihre Kamele zu machen. Ich habe meins jedenfalls gut angebunden und es wurde bis gestern noch nie geklaut. Wie konnte mir das nur passieren? Wie diese -vielleicht nicht ganz- fiktive Geschichte ausgeht, mag sich der geneigte Leser selbst ausmalen. Wurde das Kamel von Ausserirdischen entführt, war es der Nachbar, waren es schlechte Resonanzen? Mindestens aber schlechtes Karma...Mit den Resonanzen nähern wir uns dem Diebstahl des Kameles in zügigen Schritten - doch welche Resonanz? (Nebenbei bemerkt sind die Resonanzen nur Wirkung, nicht Ursache.) Um den Bogen der Geduld nicht länger zu spannen, es war Angst - oder mindestens Furcht. Egal, wie man sie nun genau benennen möchte, ob Verlustangst, Angst nicht das schönste Kamel zu haben, Angst vom Kamel zu fallen oder mit ihm verwechselt zu werden; Angst, das Kamel nicht versorgen zu können - es ist immer die gleiche Wurzel. Belassen wir es an dieser Stelle einmal dabei und gehen nicht tiefer auf mögliche Fragen ein, ob wir das Kamel überhaupt wollten oder nur den Nachbarn damit ärgern, oder meinen, ohne das Kamel kein glückliches Leben führen zu können. Auch hier lässt sich jede Entscheidung auf die Angst zurückführen. Man bindet also sein Kamel an, da man Angst hat. Eine nicht sonderlich aufregende Entdeckung. Angst ist bekanntlich kein guter Berater und auch sonst gibt es angenehmere Dinge im Leben. Doch wie lässt sich ein besserer Berater finden? Einer, dem Mann oder Frau (ver-)trauen kann? Was ist das Gegenteil von Angst? Mut? Also das Kamel ohne Leine stehen lassen? Könnte klappen, doch worauf fußt der Mut? Ohne Fundament ist es ein Haus auf Sand. Vertrauen? Doch wem? Ich kann das Kamel nicht 24 Stunden überwachen, auch bin ich vielleicht doch nicht so mächtig, wenn da drei Räuber kommen. An dieser Stelle sollten wir uns einmal vor Augen führen, warum wir eigentlich hier auf der Erde sind: Um Erfahrungen zu machen, die sich unsere Seele -also wir, in einem anderen Zustand des Bewusstseins- ausgesucht haben. Die Hauptbetonung liegt hier auf haben, um sich die Tragweite unseres fehlgeleiteten Denkens vor Augen zu führen. Wer ist cleverer? Wir -als kleiner Teilaspekt unserer Seele- oder unsere Seele als Ganzes? Wer jetzt laut sagt "ich", hat genau die Problematik erkannt. Eben nicht "Du", sondern Deine Seele. Weder weißt Du in der Regel warum Du eigentlich hier bist, was Du eigentlich lernen willst, noch wann welches Ereignis in Deinem Leben eintrifft und welchen Zweck es erfüllt. Und mit verlaub - das ist gut so! Denn so lange "Du" meinst, dass Du die Fäden in deinem Leben in Händen hälst, bist Du noch nicht reif für dieses Wissen. Gerade für Dich ist nämlich die Lektion, des geklauten Kamels gedacht. Es ist ein winziger Aspekt Deiner Lebensaufgabe, nämlich zu lernen - also nichts mit Du musst die Welt (vor Dir selbst) retten. Du hättest tun und lassen können was Du willst, Dir wünschen und an deinen Resonanzen arbeiten wie sonst was - das Kamel wäre so oder so geklaut worden. Es geht um einen sehr wichtigen Punkt für Dich, der Du meinst, dass Du das Kamel anbinden musst. Es geht um Kontrolle und Vertrauen. Um kurz aus dem alten Schmöker zu zitieren (Bergpredigt, wenns beliebt): "Sehet die Vögel in der Luft: Sie säen nicht und ernten nicht, noch sammeln sie in Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch." Du -konkreter Dein Ego- meint alles kontrollieren zu müssen, was manchmal auch durchaus sinnvoll sein kann, gerade am Anfang. Dein Ego ist es somit auch, welches überhaupt keine Lust darauf hat, die Kontrolle abzugeben und sich einer unbekannten Macht anzuvertrauen. Es muss nicht, dem Sprichwort entsprechend Gott sein. Der geistige Führer / Schutzengel, ein Heiliger, die eigene Seele - was auch immer, eignet sich ebenfalls dazu. In letzter Konsequenz ist sowieso alles miteinander verbunden und alle Wege führen bekanntlich nach Rom - äh Gott. Früher oder später. Und dann ist wirklich auch alles Eins, auch wenn schon jetzt alles verbunden ist. Der wichtigste Schritt auf dem Weg ins Vertrauen ist der, dass Du erkennst, dass Dein Kontrollzwang, Dein Versuch Dein Leben in eine von Dir ersonnene Bahn zu lenken, falsch ist. Wenn Gott den richtigen Weg kennt, können alle anderen Wege -die nicht von Gott erdacht sind- folglich nur falsch sein - besonders der des Egos. Auch wenn sich das Ego tarnt und seine Wünsche (die in der Angst begründet sind) in vermeintliche Spiritualität hüllt, so hat dies nichts mir wahrer Spiritualität zu tun, denn diese Wünsche haben immer mit der Materie, dem hier-und-jetzt zu tun. Kontrolle hat mit Angst zu tun, mangelndes Vertrauen ebenso. An dieser Stelle sollte eine Entscheidung gefällt werden, von welcher Angst man sich trennen möchte. Esoterischer und exoterischer Zeitgeist weisen klar auf eine Trennung vom Vertrauen hin, indem Du Dir Dein Nächster bist. Und weil man es sich wert ist, darfs auch ein bisschen mehr sein. Doch macht uns das glücklich? Wäre es nicht schön, sich einfach keine Gedanken mehr um das Kamel machen zu müssen? Wenn wir ohnehin nicht sonderlich viel wirklich in unserem Leben bestimmen können (dieser Gedanke behagt dem Ego nicht sonderlich, wie Du vielleicht gerade bemerkst), wäre es dann nicht sinnvoller, ja auch weiser, sich jemandem anzuvertrauen, der eigentlich viel besser als wir weiß, was gut für uns ist? Jemand, der uns wirklich liebt - anders als das Ego, welches nur an sich denkt und dem Du scheiß egal bist? Jemandem, der immer für uns da ist - und sich nicht nur meldet, wenn er etwas haben will? Wenn Du hier "ja" sagen kannst, bist Du auf einem guten, dem richtigen, Wege. Kontrolle und Vertrauen schließen beinahe einander aus. Entweder man vertraut wirklich auf Gott oder man bindet sein Kamel an. Dazwischen gibt es eigentlich keine Grauzone - oder kennst Du jemanden, der nur ein bisschen Schwanger ist? "Beinahe" und "eigentlich" sind für die Praxis des Vertrauens entscheidende Punkte, will man wirklich glücklich werden. Es gibt in uns keinen Schalter, den wir von Kontrolle auf Vertrauen umstellen können. Dies ist ein mitunter schwieriger und langwieriger Prozess, denn unsere Angst, die uns allen schon seid Urzeiten anhaftet, lässt sich nicht von jetzt auf gleich in Vertrauen transformieren. Vertrauen will gelernt werden, so wie ein Kind laufen lernt. Wer zu schnell und blindlings vertraut, also ohne die Angst transformiert zu haben, fällt auf die Nase des Egos. Denn das Ego ist schlau und weiß, an welchen Marionettenfäden es ziehen muss, um uns dahin zu bekommen, wohin unsere Seele nicht unbedingt möchte. In die Angst -der Grundnatur des Egos- und in seine Abhängigkeit. Dies führt dann meist wieder zu lästigen Inkarnationen und das Spiel beginnt -mit den geleichen Lernaufgaben- von neuem... Welche Ängste in uns eine Rolle spielen ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Selbige können nur durch "externe" Kräfte verändert werden. Das eigene Bewusstsein kann sich nicht aus sich selbst heraus verändern, ebenso wie aus einem Baum nicht aus eigener Kraft ein Stuhl wird. Hier kommen dann Therapeuten aber auch geistige Aspekte wie der eigene Führer/Schutzengel; Christus oder Heiliger Geist hinzu, aber dies würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Fakt ist, dass es zwischen Kontrolle und Vertrauen keine Grauzone gibt. So lange man kontrolliert vertraut man nicht, wenn man vertraut ist es nicht mehr nötig zu kontrollieren. Dies bedeutet nicht, das man künfig seine Hände in den Schoß legen und alles blindlings geschehen lassen sollte. Es ist durchaus sinnvoll zu handeln - der Impuls, die Motivation ist aber entscheidend und sollte einer permanenten Prüfung unterzogen werden. In der Materie ist man nie, wirklich nie vor den Ideen der Trennung und der Besonderheit sicher. Dies gilt für jeden. Zu guter Letzt steht natürlich immer noch die Frage im Raume, was nun mit dem Kamel zu tun ist. Anbinden oder nicht? So lange nur das kleinste Quäntchen Angst, Zweifel und mangelndes Vertrauen vorhanden ist, wäre es sinnvoll, es anzubinden. Man sollte sich aber bewusst machen, warum man es tut und an möglichen Auswegen arbeiten. Vielleicht denkt man auch einfach einmal über die Frage nach, ob man überhaupt ein Kamel braucht. Ein Nach(ab)satz zum Ego, welches in diesem Artikel so viel Aufmerksamkeit bekommen hat und so wunderschön bewerten konnte, dass es vor Freude schnurrt und glücklich wäre, wäre es dazu in der Lage. Das Ego ist kein Feind, der bekämpft werden muss. Es ist ein Gedanke, der alles in der Materie durchzieht, bis ins kleinste Atom (den Quanten sei Dank). Man sollte es kennen, sich seiner Mechanismen bewusst sein und es als das ansehen, was es ist: eine Idee, ein Gedanke. Doch mehr noch gilt es dann das Augenmerkt darauf zu richten, was uns wirklich weiter bringt - im Leben wie auf seelischer Ebene.
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Karma




