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Buddhismus - ein gedankenloser Trend?! Drucken E-Mail
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BildKlöster, Mönche, Buddha und der Dalai Lama – die Wahrzeichen einer Kultur, die uns als Trendobjekte wohl bekannt sind. Ein Trend, dem viele Menschen blind folgen. Und der deshalb so interessant ist, verspricht er doch die Findung der inneren Mitte und ständige Ausgeglichenheit. Und ist es nicht genau das, was wir suchen? Räucherstäbchen, wohltuende Düfte, Buddhafiguren zur Dekoration, beruhigende Klänge, ein bisschen Yoga, abends etwas Asiatisches zu Essen und schon ist die Harmonie hergestellt?! Etwas Schönes bekommen und dafür möglichst wenig tun – minimaler Aufwand, maximaler Ertrag. Leider ist es genau das, was viele Menschen denken. Und dieser Trend, zu glauben, man könnte sich ein paar Buddhafiguren in die Ecke stellen, ein paar Mal "OM" rufen, sich mit Düften einräuchern und schon hat man die Erleuchtung bekommen, hat sich in unserer Gesellschaft leider sehr stark verbreitet. Doch der Buddhismus ist viel mehr als das!

Was also steckt hinter diesem Trend?

Diese Frage soll anhand des Landes Tibet beantwortet werden. Es sei an dieser Stelle ebenfalls angemerkt, dass es verschiedene Glaubensrichtungen des Buddhismus gibt und dass es bis heute viele Menschen gibt, die aufgrund dieses Glaubens in zahlreichen Ländern verfolgt werden.

Tibet – Das Dach der Welt
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Ein Land, welches sich in 4500 m Höhe über das Himalaya-Gebirge erstreckt und somit zur höchstgelegenen Region der Welt zählt, mit dem, aus Rücksicht auf seine religiöse Bedeutung, bisher unbestiegenen 6714 m hohen heiligen Berg Kailash und einer Vielzahl an unberührter, teilweise verbotener Landschaft.

Die offizielle Einführung des Buddhismus in Tibet geht in die Zeit um 970 n. Chr. zurück. Seinen Ursprung findet der Buddhismus jedoch in Nordindien, wo der Beginn der buddhistischen Zeitrechnung auf das Jahr 543 v. Chr. gelegt wird.

Buddhismus, eine Lehre die das ganze Leben anhält. Eine Lehre, die höchste Konzentration und noch mehr Selbstdisziplin verlangt. Sie beruht auf den vier edlen Wahrheiten, welche besagen:

1. Wahrheit vom Leiden:
Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll. Dies ist zu durchschauen.
2. Wahrheit von der Ursache des Leidens:
Die Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung. Sie sind zu überwinden.
3. Wahrheit von der Aufhebung des Leidens:
Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden. Dies ist zu verwirklichen.
4. Wahrheit von dem Weg zur Aufhebung des Leidens:
Zum Erlöschen des Leidens führt ein Weg, der edle achtfache Pfad. Er ist zu gehen.

Man könnte sagen, dass dies der kürzeste Ausdruck der gesamten Lehre Buddhas ist und ebenfalls eine Zusammenführung aller Glaubensrichtungen innerhalb des Buddhismus. Um nun die Aufhebung des Leidens zu erfahren, ist die Rede von dem achtfachen Pfad. Dieser besagt Folgendes:

Bild 1. Rechte Ansicht
2. Rechtes Denken
3. Rechte Rede
4. Rechte Handlung
5. Rechter Lebenserwerb
6. Rechte Anstrengung
7. Rechte Achtsamkeit
8. Rechte Konzentration

Der Sinn des Lebens besteht somit im „Erwachen“, dem höchsten Ziel des Buddhismus. Das bedeutet, die Reinheit und Vollkommenheit seines Geistes zu erreichen und somit eine grenzenlose Entfaltung aller „eigenen“ Potentiale zu erlangen: vollkommene Weisheit, unendliches Mitgefühl, vollständige Heiterkeit. Doch nur durch das Begreifen der vier edlen Wahrheiten kann man dieses Ziel erlangen.

Bei den Tibetern ist es daher seit je her ein Weg der Erlösung, den heiligen Berg Kailash zu umrunden. 53 Kilometer lang ist ihre beschwerliche und schmerzvolle Reise, in der sich die Tibeter in einem sich immer wiederholenden Ritual auf den Boden legen, Gebete murmeln und dann wieder aufstehen. Es heißt, wer den Berg einmal umkreist hat, dem werden die Sünden für ein Leben vergeben. Je öfter man diese Strapazen auf sich nimmt, desto mehr Leben werden sündenfrei – Vergangene, vielleicht auch Künftige. Und ihr Glaube ist so stark, dass es sich beinahe von selbst versteht, dass jeder von ihnen mindestens einmal in seinem Leben diesen Berg umrundet.

Wie sieht nun das wahre Leben aus, als Buddhist, in Tibet, ein bis zum Jahre 1951 freies Land, welches dann gewaltsam von den Chinesen eingenommen wurde und dafür mit tausenden toten Menschen und genauso vielen zerstörten Klöstern bezahlen musste? Selbst heute, fast 60 Jahre später, lebt der Dalai Lama, das religiöse Oberhaupt Tibets, mit dem Verbot Tibet zu betreten, in Indien im Exil, wohin er 1959 flüchtete. Seitdem ist Tibet ein Land des Hungers, der Armut und der Unterdrückung, besetzt von militärischen Gruppen Chinas. Kinderarbeit gehört hier zur Tagesordnung, auf die schulische Ausbildung tibetischer Kinder wird wenig Wert gelegt. Die öffentliche Auslebung des Buddhismus wird von der chinesischen Regierung verboten, ebenso die freie Meinungsäußerung. Regelmäßig fliehen daher vor allem zahlreiche Kinder alleine über den beschwerlichen Weg des Himalaya nach Indien. Sie wurden von ihren Eltern fortgeschickt, um dort ein besseres Leben zu haben. Geld für eine Flucht der ganzen Familie ist nicht vorhanden. Arbeit gibt es in Tibet zwar genug, schließlich wollen die Chinesen eine bessere Infrastruktur für ihre eigenen Bedürfnisse schaffen, doch verdienen die Menschen lediglich ca. 2,00 € am Tag. Somit werden beispielsweise die damals von den Chinesen zerstörten Klöster von den Tibetern zu einem Hungerlohn wieder aufgebaut und von einer festgelegten Anzahl an Mönchen unter Aufsicht bewohnt, damit die Einnahmequelle des Tourismus für die chinesische Regierung gesichert ist.

BildDer Dalai Lama sagte in einem Interview: „Durch das Verbot, den Buddhismus öffentlich zu leben, hat die Regierung das genaue Gegenteil von dem bewirkt, was sie eigentlich erreichen wollte. Die Tibeter halten mehr denn je an ihrem Glauben fest. Man kann über einen Menschen bestimmen, nicht aber über das, was er fühlt und woran er tief in seinem Herzen glaubt.“

Wie also ist die Meinung zu diesem Trend, dem wir gedankenlos und ohne viel Hintergrundwissen folgen?

Können wir es tatsächlich mit unserem Gewissen vereinbaren, dass hunderttausende Tibeter, eingesperrt in ihrem eigenen Land, ein Leben voller Angst, Armut und Unterdrückung führen, während wir nach einem herrlichen Tag noch ein paar Yogaübungen machen? Wie rechtfertigen wir die „lustigen“ Buddhafiguren in unserer Wohnung, wenn eben diese Menschen für die Auslebung ihres Glaubens bestraft werden und aufgrund dessen unter größten Qualen zu ihrem Oberhaupt, dem Dalai Lama, nach Indien ins Exil flüchten und auf ihrem Weg starke Unterkühlungen, manchmal sogar den Tod erleiden?

Ist es wirklich ein Trend, dem man sich ohne weiteres anschließen sollte?

Ein Thema, das zum Nachdenken anregt...


Lesen Sie auch Telepolis: "Die hiesige Tibet-Schwärmerei ist reine Projektion"


Ein Bericht von Christina Lange



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Kommentare (1)add comment
Asira Ute Köster: ...
Dieser Bericht hat mich sehr berührt. Mehr und tiefer als ich mir zu träumen wagte. Meine spirituellen Symbole, Zeichen und Figuren in meinem Zuhause bekommen plötzlich einen tieferen Sinn und noch mehr Bedeutung. So bin ich mir sicher, dass jeder und jede, die sich auch so verbunden fühlen, nun über das Mantra eine wirklich wahre Hilfe für Tibet sein können. Ich bete für die Freiheit füe Tibet.
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28. März 2008
busy


 

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